Fragen und Antworten
Vorwissen
Eine KI – genauer gesagt ein Large Language Modell – kann vieles, ist aber auf das Wissen angewiesen, mit dem sie trainiert wurde. Dieses basiert überwiegend nicht auf barrierefreien Webinhalten. Neben vielen korrekten Informationen finden sich dort genauso viele falsche Angaben. Einer KI fehlt das Urteilsvermögen, um diese zu unterscheiden. Sie präsentiert die Ergebnisse jedoch stets als vollkommen richtig, bis man nachfragt.
Kontext verstehen
Nur Menschen können wirklich erfassen, wie Inhalte gemeint sind und zusammengehören. KI kann zwar Empfehlungen geben, doch gerade bei dynamischen Anwendungen mit komplexen Inhalten kommt sie noch häufig zu Fehleinschätzungen.
Empathie
Künstliche Intelligenz erkennt Muster und kann erfahrenen Auditoren dabei helfen, potenziell problematische Inhalte und Elemente einer Website zu identifizieren. Sie ist jedoch nicht in der Lage, diese vollständig zu erfassen. Ein Mensch erkennt beispielsweise, dass der Ablauf für Nutzerinnen und Nutzer von Assistenztechnologien verwirrend ist: Fehlermeldungen sind unklar formuliert, und zwar vorhandene Beschriftungen von Bedienelementen sind zwar da, aber nicht verständlich.
Rechtliche und normative Einschätzung
Ein menschlicher Auditor kann im Streitfall besser beurteilen, was als ausreichend gilt – beispielsweise im Kontext der BITV, der EN 301 549 oder aktueller Rechtsprechung. Auf das Urteil einer KI sollte man sich im Ernstfall daher nicht verlassen.
Fazit für Dich:
Automatisierung und KI sind nützliche Werkzeuge für die erste Analyse und das Auffinden von Elementen, die höchstwahrscheinlich Barrieren enthalten. Doch erst die menschliche Einschätzung kann den tatsächlichen Grad der Barrierefreiheit einer Webanwendung zuverlässig beurteilen.
Fixally setzt KI gezielt und in begrenztem Umfang ein, um die Bearbeitungszeit von Audits zu verkürzen und so kosteneffizient zu arbeiten.
Barrierefreiheit-Widgets, also Einstellungsmöglichkeiten, die hinter einem Symbol verborgen sind und Anpassungen der Schriftgröße, der Farben oder anderer Aspekte ermöglichen, sind immer häufiger auf Websites zu finden. Solche Widgets können eine sinnvolle Ergänzung sein.
Was viele jedoch nicht wissen: Sie stellen nicht automatisch auf Knopfdruck Barrierefreiheit her. Diese und ähnliche Einstellungen sind bereits im Browser oder im Betriebssystem des Computers vorhanden. Dort werden sie einmal konfiguriert und gelten für alle Websites beziehungsweise für den gesamten Computer. Als Websitebetreiber erhältst du diese Funktionen kostenfrei, ohne Abonnementgebühren.
Was du tun musst? Deine Website so gut wie möglich auf diese Einstellungen anpassen. Das Geld für zusätzliche Programme kannst du dir somit häufig sparen.
Was kostet Barrierefreiheit? Das hängt davon ab, wie umfangreich deine Website ist und welches Angebot sie umfasst. Für einen Quick Check zahlst du bei uns nur 99 €.
Möchtest du anschließend deine Website gründlich überprüfen lassen, rechnen wir dir den Quick Check selbstverständlich an. Ein Fix Audit für einfache Websites liegt im niedrigen vierstelligen Bereich.
Inklusive Umsetzung liegt deine Investition meist zwischen 5.000 und 15.000 Euro. Manchmal genügt jedoch auch ein Quick Check mit einigen Anpassungen, sodass du mit deutlich weniger auskommst.
Am besten fragst du uns, dann geben wir dir eine kostenlose Einschätzung des Aufwands.
Rechtskonform
Es kann sein, dass dein Unternehmen eine Größe hat, die laut EU die eines Kleinstunternehmens überschreitet: Du beschäftigst mehr als 10 Mitarbeiter oder erzielst einen Jahresumsatz von mindestens 2 Millionen Euro. Wenn du auf deiner Website zudem Dienstleistungen anbietest, also Waren verkaufst oder Termine für Kundengespräche vergibst, unterliegst du dem BFSG (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz).
Du solltest dich, genau wie um Datenschutz und Datensicherheit, auch um Barrierefreiheit kümmern. Dieses Thema gehört dann zu deinem Compliance-Management.
Kundengewinnung
In Deutschland gibt es 7,9 Millionen Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis. Viele von ihnen sind auf Assistenztechnologie angewiesen, wenn sie das Internet nutzen. Diese Personen haben zudem Angehörige, Verwandte und Freunde, die mitbekommen, wenn Webangebote nicht barrierefrei zugänglich sind
Zudem steigt die Zahl älterer Menschen mit altersbedingten Einschränkungen, die ebenfalls im Internet aktiv sind. Wenn wir diese Menschen erreichen möchten, müssen unsere Angebote barrierefrei gestaltet sein.
Eine englische Studie mit dem Titel „The Click Away Pound“ hat errechnet, dass Onlineshops bis zu 17 Milliarden britische Pfund verlieren, weil Menschen Websites nicht bedienen können und daher zu einem anderen Shop oder Anbieter wechseln, um dort einzukaufen. Dasselbe gilt übrigens auch für ihre Angehörigen und Freunde – aus Solidarität und weil sie der Meinung sind, dass ein solches Verhalten nicht unterstützt werden sollte.
Es lohnt sich also, hier zu investieren.
Nein, das können wir leider nicht machen. Die neue EU-Richtlinie 2024/825 – auch EmpCo genannt – will ab September 2026 die Flut an Siegeln und Zertifikaten eindämmen und so Green- bzw Social-Washing verhindern. Wir unterstützen diese Haltung und vergeben daher kein Siegel für unsere Audits. Sollte es demnächst ein öffentlich abgesichertes Zertifikat geben, werden wir uns bemühen, die Akkreditierung dafür zu erhalten.
Wir stehen für unsere Audits aber mit unserem Namen und sie können uns auch gerne als unabhängige Prüfstelle in ihren Informationen zur Barrierefreiheit nennen. Wir prüfen die Barrierefreiheit nach der EU-Norm 301 549 nach bestem Wissen und Gewissen und empfehlen die Formulierung „Barrierefrei nach EU-Norm 301 549“, wenn wir das für richtig halten.
Weltweit hat jeder sechste Mensch eine Behinderung. Die Folgen des demografischen Wandels sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt. Menschen mit Behinderungen haben zudem Freunde und Verwandte, die sehr genau wahrnehmen, welche Websites Schwierigkeiten bereiten und welche gut bedienbar sind.
Viele Beeinträchtigungen sind zudem nicht sichtbar. Die Aussage ist daher gewagt. Besser ist es, davon auszugehen, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Menschen, die deine Website besuchen, eine Einschränkung haben oder jemanden kennen, der davon betroffen ist. Das Gute daran ist: Eine barrierefreie Website ist für alle Menschen leichter zugänglich.